metrospektive

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Zwischen Malerei und Fotografie:
Die Fotoserie metrospektive

Der Ausstellungstitel lässt sich auf die Begriffe "Metro" und "Retrospektive" zurückführen. Dabei handelt es sich um abstrakte Collagen, die durch Überlagerung vieler einzelner Fotos von unterschiedlichen U-Bahnhöfen entstehen.

Die Arbeiten entstehen durch mehrfache Überlagerung der Fotos, die im Ergebnis zu völlig neuen und damit nicht mehr länger real vorzufindenden Bildern führen. Erst durch die Überlagerung vieler Fotos und den damit verbundenen Farb- und Formmischungen wird eine Verfremdung des Mediums der Fotografie erreicht. Es entsteht eine Verbindung von Malerei und Fotografie, da die Collagen wie abstrakte (Öl-) Gemälde wirken, jedoch aus digitalen Bildern zusammengesetzt sind. Die Bearbeitung erfolgt in zwei Schritten: Zunächst werden architektonische Details der verschiedenen U-Bahn-Stationen, digital fotografiert und anschließend am Computer zusammengefügt. Die einzelnen Ausschnitte werden neu als Collage arrangiert, wobei keine Manipulation oder Retusche an den Fotos selbst stattfindet. Die Elemente können auch öfter verwendet, dürfen aber in ihrer Form nicht verändert werden. Es werden nur U-Bahnhöfe von einer Stadt (einem U-Bahn-Netz) kombiniert. Außerdem werden nur Haltestellen von einer Linie, die in die gleiche Richtung fährt, kombiniert, damit der Wiedererkennungswert für den Betrachter größer ist.

Die Fotoarbeiten sollen die Sichtweise auf Alltägliches und Selbstverständliches verändern und den Betrachter dazu anregen, seine Umwelt mit einem offenen Blick wahrzunehmen und somit starre Wahrnehmungsmuster zu durchbrechen. Dazu trägt die rätselhafte Atmosphäre der Bilder bei, die den Betrachter anfangs im Ungewissen lässt, da er das Sujet bzw. das Medium nicht auf den ersten Blick erfassen kann und er wird dazu angehalten, sich intensiver mit den Bildern von metrospektive auseinanderzusetzen. Er fühlt sich zunächst sicher mit dem Gedanken ein abstraktes Gemälde zu erkennen. Erst bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass es sich um eine Foto-Collage handelt, die Details der U-Bahnhöfe wiedergibt und sie animiert demzufolge den Betrachter, seine Sichtweise auf alltägliche Dinge in Frage zu stellen.

metrospektive ist nicht nur einem kunsthistorischen Stil verpflichtet, sondern stellt einen Streifzug durch die Kunst des letzten Jahrhunderts dar. Vor allem die Malerei des 20. Jahrhunderts inspirierte die Fotoserie und sie spielt mit Farben, Formen, Kontrasten, Kombinationen und Überlagerungen. In das fertige Werk fließen auch die Atmosphäre der jeweiligen Stationen oder U-Bahnlinien mit ein und die einzelnen Aufnahmen der Collage werden nach harmonischen Gesichtspunkten und ihrer Wirkungsweise auf den Betrachter zusammengefügt. Somit entwickelt die metrospektive einen ganz eigenen, charakteristischen Stil, dessen besondere Wirkung darauf beruht, dass er auf innovative Weise malerische und fotografische Komponenten verbindet.